Die Guten, die Bösen und die Toten
Das wilde Dutzend
Produktinformation:
-Gebundene Ausgabe: 51 Seiten
-Verlag: Das Wilde Dutzend Ug; Auflage: 1 (2010)
-Sprache: Deutsch
-ISBN-10: 3000316604
-ISBN-13: 978-3000316609
-Größe und/oder Gewicht: 23 x 16,2 x 1 cm
-Autor: Johan von Riepenbreuch
-Illustratorin: Ebeneeza K.
Kurzbeschreibung:
''Lobotomie, Totenfotografie, Duelle, Aderlass und bis heute ungeklärte Morde – was der viktorianische Schreckenschronist Johan von Riepenbreuch in düster-bösen Gedichten zusammentrug, galt beinahe ein Jahrhundert als verschollen. Nun sind seine Beobachtungen der viktorianischen Gesellschaft gehoben und von der Enkelin des Autors in 23 Graustufenillustrationen zeitgemäß illustriert worden.''
Meine Rezension:
Ich hatte mich vor kurzem bei Blogg dein Buch für das Buch 'Die Guten, die Bösen und die Toten' aus dem Verlag Das wilde Dutzend beworben und war absolut entzückt, als es bei mir eintraf.
Ansich würde ich es als skurriles Bilderbuch für Erwachsene bezeichnen, das mit finster anmutenden Gedichten unterstrichen wird. Schon das Layout des Buches kommt mit einem finsteren Flair einher. Auf dem Hardcover sieht man in der Vorderansicht eine recht trist dreinblickende junge Frau und wenn man das Buch umdreht, so sieht man ihren Rücken, verletzt durch Krallenspuren. Aber auch die Seiten wirken leicht vergilbt bzw. der Vergänglichkeit der Zeit ausgeliefert.
Alles wirkt sehr stimmig. Sowohl die düster klingenden Gedichte, der Eindruck des Verfalls der Blätter als auch die teils morbiden Illustrationen stehen in völliger Harmonie zueinander.
Durch die schwarz-weiß gehaltenen, nur durch ein paar rot hervorgehobene Aspekte, sowohl im Text als auch in den Bildern, sticht eine gewisse Dramatik hervor. Es eröffnen sich Welten, die einem das Gefühl von Depression, Melancholie, aber auch Verwunderung verschaffen.
Man taucht in Geschichten ein, vor denen man häufig die Augen verschliesst und wird somit ins Dunkel der Gesellschaft gerissen, dies aber auf eine nachdenkliche und schaurig-schöne, fast schon angenehme Art und Weise.
Das Buch erzählt von Aderlass auf Grund vom selbstzerstörenden Schönheitswahn, über Morde an jungen Frauen, von Einsamkeit und Dunkelheit und noch so vielem mehr.
Denkt man, man hat den Input voll und ganz aufgenommen und begriffen, so wird man beim nächsten Lesen doch plötzlich mit einem tieferen Kontext konfrontiert. Daher kann man das Buch auch immer und immer wieder zur Hand nehmen ohne das Gefühl des Schon-Kennens ausgesetzt zu sein.
Trotz der vielen Bilder, ist es doch kein Kinderbilderbuch, da es Türen öffnet, die ein Kind nicht durchschreiten sollte.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der Freude an der mysteriösen Dunkelheit und an finster-betörenden Illustrationen hat.
Mein Fazit:
5 von 5 Sternen.
Schöne melancholische Gedichte. Harmonisch skurrile Illustrationen und eine Rundum-Geschichte, die mit Liebe und Spaß an der Sache gestaltet wurde! Lohnenswert!
Zum Verlag:
''Das wilde Dutzend ist ein junger, kleiner, unabhängiger Verlag aus Berlin, bestehend aus zwei Handvoll Menschen vom Fach – voller Ideen und Enthusiasmus für Literatur, Design und haptischer Umsetzung. Unser Schwerpunkt liegt auf absurden, skurrilen Geschichten und Illustrationen in interessanter und qualitativ passender Aufmachung.''
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